Wirbelsäulen- / Rückenmarkstumore – Warnzeichen erkennen und richtig behandeln: Prof. Eleftherios Archavlis

Shownotes

Rückenschmerzen sind weit verbreitet und in den meisten Fällen harmlos. Doch wann können die Beschwerden auf einen Tumor an der Wirbelsäule oder im Rückenmark hinweisen? Welche Schmerzen sollten Betroffene ernst nehmen – und welche modernen Behandlungsmöglichkeiten stehen heutzutage zur Verfügung?

In dieser Folge des PRIMO MEDICO Fachärzte-Talks spricht Prof. Dr. med. (habil.) Eleftherios Archavlis, FACS, Chefarzt des Interdisziplinären Wirbelsäulenzentrums Frankfurt und Spezialist für Wirbelsäulenchirurgie im Facharztzentrum MEDICI Frankfurt, über die unterschiedlichen Arten von Wirbelsäulen- und Rückenmarkstumoren. Er erklärt, warum ein Tumor nicht automatisch bösartig sein muss und welche Bedeutung eine frühzeitige, präzise Diagnostik hat.

Im Mittelpunkt stehen mögliche Warnzeichen wie nächtliche oder zunehmende Rückenschmerzen, Taubheitsgefühle, Muskelschwäche, Gangunsicherheit sowie Störungen der Blasen- oder Darmfunktion. Prof. Archavlis erläutert außerdem, wann eine Wirbelsäulenoperation notwendig wird und welche Rolle mikrochirurgische und minimalinvasive Verfahren, Neuromonitoring, Navigation, Strahlentherapie und medikamentöse Tumortherapien spielen. Mithilfe interdisziplinär und individuell abgestimmter Therapiekonzepte wird zum Ziel gesetzt, Tumore bestmöglich zu kontrollieren, neurologische Funktionen und die Stabilität der Wirbelsäule zu erhalten sowie Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.

Diese Podcast-Folge wurde mithilfe von KI-gestützten Audiotechnologien produziert. Die gesprochenen Inhalte werden vollständig durch KI-generierte Stimmen wiedergegeben. Auch eine KI-basierte Rekonstruktion der Stimme des interviewten Arztes kann angewandt sein. Die Verwendung der Stimmen erfolgt mit Zustimmung der beteiligten Gesprächspartner. Die medizinischen Inhalte wurden vor Veröffentlichung vom interviewten Arzt geprüft und freigegeben. Es werden keine zusätzlichen personenbezogenen Daten verarbeitet, die über das ursprüngliche Interviewmaterial hinausgehen.

Transkript anzeigen

00:00:07: Willkommen beim Primo-Medico Fachärztetalk.

00:00:10: Gesundheit verständlich erklärt!

00:00:13: In diesem Podcast-Kanal sprechen wir über ausgewählte medizinische Themen in Zusammenarbeit mit führenden Fachärzten und Fachärzte.

00:00:22: Die folgenden Inhalte stammen direkt vom jeweiligen Spezialisten, und werden stellvertretend von einer digital aufbereiteten Stimme präsentiert.

00:00:36: Gesundheit zum Hören.

00:00:39: Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden, fast jeder Mensch erlebt sie irgendwann im Leben – doch nur die wenigsten denken dabei an einen Tumor der Wirbelsäule!

00:00:50: Wie häufig sind Wirbels säulentumoren wirklich?

00:00:53: Welche Warnzeichen sollte man ernst nehmen und welche modernen Behandlungsmöglichkeiten gibt es heute?

00:01:01: Darüber sprechen wir heute mit einem ausgewiesenen Spezialisten Prof.

00:01:05: Eleftherios Archaflis Chefarzt des interdisziplinären Wirbelsäulenzentrums Frankfurt und Spezialist für Wirbelsollenchirurgie im Facharztzentrum Medici, Frankfurt.

00:01:18: Professor Achaflis verfügt über langjährige Erfahrungen in der Behandlung komplexer Erkrankungen der Wirbels säule.

00:01:25: Sein Schwerpunkt liegt auf der operativen Therapie von Tumoren, degenerativen Erkankungen sowie komplexen Wirbels häulen Rekonstruktionen.

00:01:34: Durch moderne mikrochirurgische und minimalinvasive Verfahren verfolgt er das Ziel, jedem Patienten eine individuell angepasste und möglichst schonende Behandlung zu ermöglichen.

00:01:47: Herr Prof Achavlis herzlich willkommen!

00:01:51: Wenn Patienten das Wort Tumor hören denken die meisten sofort an Krebs.

00:01:56: ist diese Sorge bei einem Wirbelsäulen-Tumor immer berechtigt?

00:02:00: Nein, das ist ein sehr wichtiger Punkt.

00:02:02: Der Begriff Tumor bedeutet zunächst nur dass sich Gewebe vermehrt oder eine Raumforderung entstanden ist – das kann gutartig sein aber auch bösartig!

00:02:12: An der Wirbelsäule sehen wir sehr unterschiedliche Tumoriaten.

00:02:15: Manche gutartigen Tumoren wachsen langsam und verursachen lange Zeit kaum Beschwerden.

00:02:21: Andere Tumoren sind bösartig oder entstehen als Metastasen, also als Tochter geschwülste einer bereits bestehenden Krebserkrankung.

00:02:29: Für Patientinnen und Patienten ist diese Unterscheidung entscheidend weil sie die Therapie und die Prognose bestimmt.

00:02:36: Deshalb ist die genaue Diagnostik der erste und wichtigste Schritt.

00:02:41: Wir müssen wissen wo liegt der Tumor?

00:02:43: Wie groß ist er?

00:02:44: Drückt er auf Nerven- oder Rückenmark?

00:02:47: Ist die Wirbelsäule stabil und um welche Tumorart handelt es sich.

00:02:51: Entsteht der Tumur im Rückenmark Intramedulaire?

00:02:55: Diese erfordern eine besonders spezialisierte Diagnostik- und mikrochirurgische Behandlung.

00:03:01: Die wichtigste Botschaft lautet, ein Wirbelsäulen-Tumor ist immer ernst zu nehmen – bedeutet aber nicht automatisch eine hoffnungslose Situation!

00:03:14: Wirbelsäulen-Tumoren sind im Vergleich zu klassischen Rückenerkrankungen wie Bandscheibenvorfällen oder Verschleiß deutlich seltener.

00:03:22: Rückenschmerzen sind also in den meisten Fällen nicht durch einen Tumor verursacht.

00:03:28: Dennoch ist das Thema medizinisch sehr relevant, weil Tumoren an der Wirbels säule schwere Folgen haben können wenn sie nicht rechtzeitig erkannt werden.

00:03:37: Besonders häufig sehen wir an der Virbelsäule Metastasen.

00:03:40: Das bedeutet dass ein Tumore ursprünglich in einem anderen Organ entstanden ist und sich später in der Wirbelsäule angesiedelt hat.

00:03:50: Seltener sind Tumoren, die direkt an den Nervenhäuten oder im Rückenmark entstehen.

00:03:57: Gerade weil diese Erkrankungen selten sind, ist die Behandlung in spezialisierten Zentren wichtig.

00:04:03: Dort können Neurochirurgie, Orthopädie, Onkologie, Strahlentherapie, Radiologie und Pathologie eng

00:04:12: zusammenarbeiten.".

00:04:14: Welche Beschwerden können bei einem Wirbelsäulentumor auftreten?

00:04:19: Das häufigste Symptom sind Rückenschmerzen.

00:04:22: Diese Schmerzen können sich aber von normalen Rückenschmärzen unterscheiden.

00:04:26: Typisch verdächtig sind Schmerz, die nachts auftretend in Ruhe nicht besser werden oder über längere Zeit zunehmen.

00:04:35: Auch Schmerze, die trotz Physiotherapie- oder Schmerzwitteln nicht nachlassen, sollten weiter abgeklärt werden.

00:04:42: Weitere Warnzeichen sind neurologische Beschwerden.

00:04:45: Dazu gehören Taubheitsgefühle, Kribbeln, Schwäche in Armen oder Beinen, Gangunsicherheit oder Koordinationsprobleme.

00:04:55: Wenn ein Tumor auf das Rückenmark- oder Nervenwurzeln drückt können die Signale zwischen Gehirren und Körper gestört werden.

00:05:03: Besonders dringlich wird es wenn Blasen oder Darmstörungen auftreten oder Lähmungserscheinungen entstehen.

00:05:10: Das sind Notfallsymptome, die sofort abgeklärt werden müssen.

00:05:15: Wichtig ist aber auch nicht jeder Rückenschmerz bedeutet Tumor.

00:05:19: Entscheidend ist die Kombination aus Schmerzcharakter, Dauer-, Begleitsymptomen und persönlicher Vorgeschichte.

00:05:30: Aufmerksam

00:05:33: werden sollte man wenn Rückenschmerzen ungewöhnlich sind.

00:05:37: das bedeutet zum Beispiel Die Schmerzen treten neu auf, werden zunehmend stärker, bestehen über Wochen oder sind besonders nachts ausgeprägt.

00:05:47: Auch Schmerze, die unabhängig von Bewegung auftreten, sollten ernst genommen werden.

00:05:53: Ein weiteres Warnsignal sind neurologische Ausfälle – wenn ein Bein schwächer wird, wenn Taubheitsgefühle auftrehten oder wenn das Gen unsicher wird sollte man nicht abwarten.

00:06:04: Gleiches gilt bei Problemen mit Wasserlassen und Stuhlgang.

00:06:08: Besonders wichtig ist die Abklärung bei Menschen, die bereits eine Krebserkrankung hatten oder aktuell wegen Krebs behandelt werden.

00:06:16: Bei diesen Patientinnen und Patienten müssen neue Rückenschmerzen immer sorgfältig untersucht werden, weil Metastasen an der Wirbelsäule möglich sind.

00:06:25: Frühe Diagnostik kann entscheidend sein, weil sich neurologische Ausfälle besser behandeln lassen wenn der Druck auf Nerven- oder Rückenmark rechtzeitig erkannt

00:06:35: wird.

00:06:40: Die Diagnostic beginnt mit einer ausführlichen Befragung und einer neurologischen Untersuchung.

00:06:46: Wir prüfen zum Beispiel Kraft-, Reflexe-, Gefühl- und Gangbild.

00:06:50: Dadurch können wir erkennen, ob Nerven oder Rückenmark betroffen sind.

00:06:56: Das wichtigste bildgebende Verfahren ist meistens die Magnetresonanstomographie – also das MRT.

00:07:03: Damit können wir sehr genau sehen, ob ein Tumor im Wirbelkörper, im Spinalkanal an den Nervenhäuten oder im Rückenmarkt liegt.

00:07:11: Ergänzend kann eine CT-Untersuchung sinnvoll sein, vor allem um die knöcherne Stabilität der Wirbelsäule zu beurteilen.

00:07:19: In manchen Fällen wird zusätzlich eine PET, CT oder eine Szentigraphie eingesetzt – besonders wenn nach weiteren Tumorherden gesucht wird.

00:07:30: Wenn nicht eindeutig klar ist, um welche Tumoorart es sich handelt, kann eine Biopsy notwendig sein.

00:07:37: Dabei wird eine Gewebeprobe entnommen und pathologisch untersucht.

00:07:43: Erst wenn alle Informationen zusammengeführt werden, kann ein sinnvoller Therapieplan erstellt werden.

00:07:54: Wir unterscheiden mehrere Gruppen.

00:07:56: Erstens gibt es gutartige Tomoren.

00:08:00: Diese wachsen oft langsam können aber trotzdem Beschwerden verursachen, wenn sie auf Nerven oder Rückenmark drücken oder Knochenstrukturen schwächen.

00:08:09: Zweitens gibt es primär bösartige Tumoren der Wirbelsäule – diese entstehen direkt im Bereich der Wirbel- oder des Rückenmarks sind aber insgesamt selten.

00:08:21: Drittens gibt es Metastasen das sind Tochtergeschwülste anderer Tumorerkrankungen.

00:08:26: Sie sind an der Wirbelsäule deutlich häufiger als primäre Wirbelsällentumoren.

00:08:32: Betroffen sein können zum Beispiel Patientinnen und Patienten mit Brustkrebs, Prostatorkrebs Lungenkrebs Nierenkrebs oder Schilddrüsenkrebs.

00:08:40: Außerdem beschreiben wir Tumoren nach ihrer Lage.

00:08:44: Sie können im Knochen liegen außerhalb des Rückenmarks aber innerhalb des Wirbelkanals oder direkt im Rückenmark.

00:08:51: Diese Lage ist sehr wichtig weil sie bestimmt wie riskant ein Tumor ist und welche Therapie infrage kommt.

00:08:58: Muss jeder Wirbelsäulen-Tumor operiert werden?

00:09:01: Nein, nicht.

00:09:02: jeder Wirbelsäulen-Tumor muss operiert werden.

00:09:06: Die Entscheidung hängt von mehreren Faktoren ab – wir schauen uns an um welche Tumorart es sich handelt wie groß der Tumur ist wo er liegt und ob er Beschwerden verursacht.

00:09:17: Sehr wichtig ist auch die Frage ob die Wirbels säule stabil ist oder ob Nerven oder Rückenmark bedroht sind.

00:09:24: Manche gutartigen Tumoren können zunächst beobachtet werden wenn sie keine Beschwerde machen.

00:09:30: Andere Tumoren sprechen gut auf Strahlentherapie oder medikamentöse Behandlung an.

00:09:36: Bei Metastasen ist oft ein kombiniertes Vorgehen sinnvoll, bei dem Onkologie-, Strahlenterapie- und Wirbelsäulenchirurgie gemeinsam entscheiden.

00:09:46: Eine Operation wird vor allem dann notwendig wenn neurologische Ausfälle auftreten das Rückenmark unter Druck steht starke Schmerzen bestehen oder die Stabilität der Wirbels säule gefährdet.

00:09:58: Das Ziel ist nie Operation um jeden Preis, sondern die bestmögliche individuelle Behandlung.

00:10:09: Dringend wird eine Operation vor allem dann wenn das Rückenmark oder wichtige Nervenstrukturen unter Druck geraten?

00:10:18: Wenn Patientinnen und Patienten plötzlich Schwäche in den Beinen entwickeln Nicht mehr sicher gehen können oder Lähmungserscheinungen auftreten, muss rasch gehandelt werden.

00:10:30: Auch Blasen- oder Darmstörungen sind ein sehr ernstes Warnzeichen.

00:10:35: In solchen Situationen geht es darum, dauerhafte Nervenschäden möglichst zu verhindern.

00:10:41: Ein weiterer Grund für eine Operation ist die Instabilität der Wirbelsäule.

00:10:46: Wenn ein Tumor einen Wirbelkörper stark zerstört kann die Wirbels säule ihre tragende Funktion verlieren.

00:10:53: Das kann starke Schmerzen verursachen und das Rückenmark zusätzlich gefährden, dann kann eine Stabilisierung notwendig werden.

00:11:02: Manchmal hat die Operation auch das Ziel, eine Gewebeprobe zu gewinnen oder den Tumor so weit wie möglich zu entfernen.

00:11:10: Die Entscheidung wird immer individuell getroffen und sollte in einem spezialisierten interdisziplinären Team erfolgen.

00:11:18: Viele Menschen haben Angst vor einer Operation an der Wirbelsäule.

00:11:22: Wie sicher sind solche Eingriffe heute?

00:11:25: Diese Angst ist sehr verständlich.

00:11:27: Die Wirbelsäule ist ein sensibler Bereich, weil hier Rückenmark und Nerven verlaufen.

00:11:33: Gleichzeitig hat sich die Wirbelsollenchirurgie in den letzten Jahren erheblich weiterentwickelt.

00:11:39: Heute arbeiten wir mit sehr präzisen Verfahren – dazu gehören Operationsmikroskope, mikrochirogische Techniken, moderne Bildgebung, Navigation und bei bestimmten Eingriffen auch intraoperatives Neuromonitoring.

00:11:55: Beim Neuromanitoring werden Nervenfunktionen während der Operation überwacht, das hilft kritische Strukturen besser zu schützen.

00:12:03: Außerdem können viele Eingriffe heute gewebeschonender durchgeführt werden als früher.

00:12:08: Minimalinvasive Verfahren bedeuten kleinere Zugänge, weniger Muskeltraumae und oft eine schnellere Mobilisation nach der Operation.

00:12:18: Natürlich bleibt jede Operation mit Risiken verbunden.

00:12:21: Dazu gehören Blutungen, Infektionen Wunteilungsstörungen oder Verletzungen von Nervenstrukturen Aber durch Erfahrung Planung und moderne Technik lassen sich diese Risiken deutlich reduzieren.

00:12:35: Was bedeutet minimalinvasive Chirurgie bei Tumoren der Wirbelsäule und des Rückenmarks?

00:12:41: Minimalinvasive Chirurgie bedeutet, dass wir einen Tumor mit der geringst möglichen Belastung für den Patienten operieren ohne dabei Kompromisse bei der Sicherheit oder der Vollständigkeit der Tumorentfernung einzugehen.

00:12:57: Durch kleine Hautschnitte, gewebeschonende Zugangswege, Operationsmikroskope Endoskope sowie moderne Navigations- und Bildgebungssysteme können Muskeln, Bänder & Weichteile häufig deutlich besser geschont werden als bei klassischen offenen Operationen.

00:13:15: Ob ein minimalinvasives Verfahren möglich ist, hängt jedoch von vielen Faktoren ab.

00:13:21: Entscheidend sind die Lage des Tumors, seine Größe, die Tumorart eine mögliche Kompression des Rückenmarks oder der Nervenwurzeln sowie die Stabilität der Wirbelsäule.

00:13:35: Bei Tumoren der Wirbelkörper können minimalinvasive Verfahren beispielsweise zur Biopsy, zur Tumorentfernung, zur Stabilisierung der Wirbelsäule mit percutanen Schraubensystem oder zur Zementaugmentation, Kypho- oder Vertebroplastie bei schmerzhaften Frakturen eingesetzt werden.

00:13:55: Auch bei ausgewählten Tumoren im Spinalkanal etwa gutartigen Tumorn wie Schwannomen und Meningeomen ermöglichen moderne mikrochirurgische Techniken über sehr kleine Zugänge häufig eine vollständige Entfernung bei maximaler Schonung des Rückenmarks und der Nerven.

00:14:13: Dabei kommen hoch auflösende Operationsmikroskope, intraoperatives Neuromonitoring und zunehmend auch computergestützte Navigation zum Einsatz um die Sicherheit weiter zu erhöhen.

00:14:26: Bei größeren, bösartigen oder stark in das Rückenmark- oder die Wirbelsäule eingewachsenen Tumoren ist dagegen häufig ein offener mikrochirurgischer Eingriff notwendig.

00:14:37: Nur so können wir eine vollständige Tumorentfernung, eine sichere Dekompression des Rückenmarks und gegebenenfalls eine stabile Rekonstruktion der Wirbels säule gewährleisten.

00:14:49: Entscheidend ist daher nicht die Größe des Hautschnittes sondern die Qualität des Ergebnisses.

00:14:56: Das optimale Operationsverfahren ist immer dasjenige, dass die größtmögliche Tumorkontrolle den bestmöglichen Erhalt neurologischer Funktionen und eine rasche Erholung des Patienten ermöglicht.

00:15:11: Minimalinvasive Techniken sind ein wichtiger Bestandteil der modernen Wirbelsäulen- und Neurochirurgie.

00:15:17: Sie werden jedoch nur dann eingesetzt wenn sie medizinisch sinnvoll sind und dem Patienten einen echten Vorteil bieten.

00:15:26: Die

00:15:30: interdisziplinäre Zusammenarbeit ist bei Wirbelsäulentumoren zentral.

00:15:35: Kein Fachgebiet allein kann alle Fragen beantworten.

00:15:39: Wirbelsääulentrumoren betreffen häufig mehrere Ebenen gleichzeitig, die neurologische Funktion, die Stabilität der Wirbels säule, die Tumorbiologie und die weitere onkologische Behandlung.

00:15:52: Deshalb arbeiten Neurochirurgie oder Wirbelsäulen-Chirurgien eng mit Radiologie, Onkologie, Strahlentherapie, Pathologie und Schmerztherapie zusammen.

00:16:02: In vielen Fällen wird der Befund in einem Tumorboard besprochen.

00:16:06: Dort wird gemeinsam entschieden welche Therapie für den Patienten am besten ist.

00:16:11: Manchmal steht die Operation im Vordergrund – in anderen Fällen ist eine Bestrahlung wichtiger!

00:16:17: Wieder andere Patientinnen und Patienten benötigen eine medikamentöse Tumortherapie.

00:16:23: Häufig werden diese Verfahren kombiniert.

00:16:27: Für Betroffene bedeutet das, sie profitieren davon wenn nicht isoliert auf ein MRT-Bild geschaut wird sondern wenn die gesamte Erkrankung, die Lebenssituation und Behandlungsziele berücksichtigt werden.

00:16:40: Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es neben der Operation?

00:16:44: Neben der Operation spielen vor allem Strahlentherapie und medikamentöse Tumortherapie eine große Rolle.

00:16:51: Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt von der Tumoart ab?

00:16:55: Manche Tumoren reagieren sehr gut auf Bestrahlung – dabei kann das Tumorgewebe gezielt behandelt werden ohne dass sofort operiert werden muss!

00:17:05: Moderne strahlentherapeutische Verfahren sind sehr präzise und können auch bei Metastasen an der Wirbelsäule eingesetzt werden.

00:17:14: Bei bösartigen Tumoren oder Metastasen ist häufig eine systemische Therapie notwendig.

00:17:20: Das können Chemotherapie, Antikörpertherapien, Immuntherapien- oder zielgerichtete Medikamente sein.

00:17:27: Diese Entscheidung trifft die Onkologie abhängig von der Grunderkrankung.

00:17:32: Auch Schmerztherapie, Physiotherapie und Rehabilitation gehören zur Behandlung.

00:17:38: Ziel ist nicht nur, den Tumor zu kontrollieren sondern auch Schmerzen zu lindern Mobilität zu erhalten und Lebensqualität zu verbessern.

00:17:48: Oft ist die beste Therapie eine Kombination verschiedener Verfahren.

00:17:53: Wie sind die Heilungs- oder Behandlungschancen?

00:17:56: Das lässt sich nicht pauschal beantworten weil Wirbelsäulen-Tumoren sehr unterschiedlich sind.

00:18:02: Die Prognose hängt stark davon ab ob der Tumour gutartig oder bösartig ist ob es sich um eine Metastase handelt, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist und ob bereits neurologische Ausfälle bestehen.

00:18:16: Bei gutartigen Tumoren kann eine vollständige Entfernung oft sehr gute Ergebnisse bringen.

00:18:24: Bei bösartigen Tumoren oder Metastasen geht es manchmal nicht um Heilung im klassischen Sinn, sondern darum die Erkrankungen zu kontrollieren, Schmerzen zu lindern, Stabilität herzustellen und neurologische Funktionen zu erhalten.

00:18:40: Sehr wichtig ist der Zeitpunkt der Diagnose Wenn ein Tumor erkannt wird bevor schwere Nervenschäden entstehen sind die Behandlungsmöglichkeiten oft besser.

00:18:51: Patientinnen und Patienten sollten deshalb nicht aus Angst abwarten.

00:18:55: Moderne Medizin kann in vielen Situationen sehr viel erreichen, manchmal heilend, manchmal stabilisierend aber sehr oft lebensqualitätsverbessernd.

00:19:06: Die

00:19:09: Rehabilitation hängt davon ab welche Behandlung durchgeführt wurde und wie stark der Patient vorher eingeschränkt war.

00:19:18: Nach einer Operation ist es meistens wichtig, frühzeitig wieder mobil zu werden.

00:19:24: Viele Patientinnen und Patienten stehen bereits kurz nach dem Eingriff mit Unterstützung auf.

00:19:30: Physiotherapie hilft Kraft Beweglichkeit und Sicherheit beim Gen zurückzugewinnen.

00:19:36: Wenn neurologische Ausfälle bestanden kann die Rehabilitation intensiver und länger dauern.

00:19:43: Dann geht es zum Beispiel darum Muskelfunktion Koordination und Alltagssicherheit zu verbessern.

00:19:49: Auch Schmerztherapie- und psychologische Unterstützung können wichtig sein – eine Tumorerkrankung an der Wirbelsäule ist nicht nur körperlich, sondern auch emotional belastend!

00:20:00: Das Ziel der Rehabilitation ist das Patientinnen und Patienten so viel Selbstständigkeit und Lebensqualität wie möglich zurückgewinnen.

00:20:10: Der genaue Weg ist individuell.

00:20:13: Manche Menschen erholen sich schnell, andere brauchen Geduld und eine längere Begleitung.

00:20:22: Meine wichtigste Botschaft wäre nehmen Sie Warnzeichen ernst aber verlieren sie nicht sofort die Hoffnung.

00:20:29: Ein Wirbelsäulentumor ist eine ernste Diagnose Aber die Behandlungsmöglichkeiten sind heute deutlich besser als früher.

00:20:37: Entscheidend ist dass die Erkrankung früh erkannt und richtig eingeordnet wird.

00:20:43: Nicht jeder Tumor ist bösartig.

00:20:46: Nicht jeder Humor muss operiert werden und selbst wenn eine Operation notwendig ist, stehen uns heute moderne Techniken zur Verfügung mit denen wir sehr präzise und schonend arbeiten können.

00:21:00: Betroffene sollten sich in einem spezialisierten Zentrum vorstellen indem verschiedene Fachrichtungen zusammenarbeiten.

00:21:08: Gerade bei Tumoren an der Wirbelsäule ist es wichtig, dass nicht nur der Tumor betrachtet wird sondern auch die Stabilität der Wirbelsäule, die Nervenfunktionen, die Lebensqualität und die gesamte onkologische Situation.

00:21:23: Im interdisziplinären Wirbelsollenzentrum Frankfurt arbeiten deshalb Neurochirurgen, Orthopäden, Radiologen, Physiotherapeuten, Geriater- und Rehabilitationsmediziner sowie Spezialisten der onkologischen Chirurgie eng zusammen.

00:21:40: Bei Tumoren mit Beteiligung der Brustwirbelsäule oder des Brustkorbs besteht zudem eine enge Kooperation mit der Toraxchirurgies und dem universitären Toraxzentrum.

00:21:53: Ebenso arbeiten wir eng mit der Radio-Onkologie, der Onkologie – der Pathologie und weiteren spezialisierten Fachbereichen zusammen!

00:22:02: Gemeinsam entwickeln wir für jede Patientin und jeden Patienten ein individuelles Behandlungskonzept.

00:22:08: Von der Diagnostik über die Operation bis hin zu Strahlentherapie, medikamentöser Behandlungen, Rehabilitationen und langfristiger Nachsorge.

00:22:19: Unser Ziel ist dabei nicht nur die Behandelung des Tumors selbst – ebenso wichtig sind der Erhalt der neurologischen Funktionen, die Stabilität der Wirbelsäule eine möglichst hohe Lebensqualität und, wenn möglich die rasche Rückkehr in den Alltag.

00:22:36: Ich möchte allen Betroffenen Mut machen – eine Tumordiagnose bedeutet heute nicht mehr automatisch eine schlechte Prognose!

00:22:44: Durch moderne Diagnostik hochspezialisierte Chirurgie und eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit können wir für viele Patientinnen und Patienten sehr gute Behandlungsergebnisse erzielen und ihnen langfristig Lebensqualität.

00:23:01: Vielen Dank, Herr Prof.

00:23:02: Achaflis, dass Sie heute Ihr Wissen mit uns geteilt haben!

00:23:07: Das war der Fachärztetalk von Primo Medico – Ihre erste Wahl für medizinische Spezialisten.

00:23:33: Bis zum nächsten Mal bei Primomedico.

00:23:35: Wenn es wieder heißt, Gesundheit zum Hören!

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