Chronische Rückenschmerzen ohne klare Ursache mit neuem Neurostimulationssystem therapieren: Dr. Charilaos Christopoulos
Shownotes
Chronische Rückenschmerzen können die Lebensqualität erheblich einschränken, besonders dann, wenn trotz moderner Bildgebung wie dem MRT keine eindeutige Ursache gefunden wird. In dieser Folge des PRIMO MEDICO Fachärzte-Talks erklärt Dr. med. Charilaos Christopoulos, Chefarzt für Wirbelsäulenchirurgie an der ATOS Orthopädischen Klinik Köln, wie die innovative ReActiv8®-Therapie Betroffenen mit chronischen Schmerzen im unteren Rücken neue Perspektiven eröffnen kann. Das minimalinvasive Verfahren setzt an einer häufig unterschätzten Ursache an: einer geschwächten tiefen Rückenmuskulatur, insbesondere des Musculus multifidus, der für die Stabilität der Wirbelsäule eine entscheidende Rolle spielt.
Der Wirbelsäulenchirurg erläutert, für welche Patientinnen und Patienten die Therapie geeignet ist, wie die Implantation und die anschließende Muskelstimulation funktionieren und warum eine sorgfältige Diagnostik die Voraussetzung für den Behandlungserfolg ist. Außerdem erfahren Sie, weshalb sich durch den gezielten Aufbau der tiefen Rückenmuskulatur Schmerzen langfristig deutlich reduzieren lassen und in vielen Fällen größere Wirbelsäulenoperationen vermieden werden können.
Interview mit Moderatorin Viola Gräfenstein
Transkript anzeigen
00:00:01: Primo Medico Fachärzte Talk, der Spezialisten-Podcast.
00:00:06: Medizin für die Ohren!
00:00:31: Herr Dr.
00:00:32: Christopoulos, schön dass Sie heute bei uns sind.
00:00:34: Guten Tag!
00:00:35: Herr
00:00:35: Dr.,
00:00:36: was genau verbirgt sich hinter der Reaktiv Acht OP-Methode?
00:00:41: Das ist ein relativ neues Verfahren wo man praktisch keine direkte Muskelstimulation durchführt sondern eine Nervenstimulierung durchführen.
00:00:50: Dieser Nerv versorgt einen sehr wichtigen Muskel im unteren Blendenbereich Der für die Stabilität der einzelnen Drehbesegmente verantwortlich ist.
00:00:59: dieser Muskel Heißt Multifidus auf Lateinis, auf Deutsch des Vielgespaltenen.
00:01:04: Der verbindet verschiedene Webersäuleabschnitte miteinander.
00:01:08: Diesen Muskel können wir leider nicht selber
00:01:11: ansteuern.".
00:01:12: Wie
00:01:12: funktioniert die Muskelstimulation konkret?
00:01:16: Das System funktioniert folgendermaßen.
00:01:17: Der Patient muss zweimal am Tag je dreißig Minuten den Stimulator mit diesem Magnet von außen aktivieren.
00:01:26: Dadurch wird der Musculus Multifidos aktiviert der gleichzeitig mit den anderen Muskelgruppen die Wirbelsäule stabilisiert.
00:01:36: Es wird der Nerv angesteuert, der diesen Muskel versorgt.
00:01:42: Dadurch wächst der Muskel, gleichzeitig trainiert der Patient.
00:01:46: das Ganze führt zu einem Wachstum dieses Muskels was letztlich schon eine Schmerzenlinderung führen soll.
00:01:52: Deshalb ist es wichtig wenn der Patient seine Übungen macht und die Muskulatur trainiert, die er trainieren kann.
00:01:57: Dass man den Muskel auch über das System aktiv wird.
00:01:59: erst dann haben wir das beste mögliche Ergebnis.
00:02:02: Und für welche Patienten und Patientinnen beignet sich dieses Verfahren?
00:02:07: Meistens sieht es relativ junge Patienten also bis zum sechzigsten Lebensjahr sagt man wo man im klassischen MRT oder Bildgebung keine Indikation für eine sonstige Behandlung sehen konnte.
00:02:20: Das heißt, die Patienten haben weder eine Spinalkanalänge noch einen Wandschrank vorfahren, noch eine Instabilität mit Gleitribet
00:02:26: etc.,
00:02:27: sind trotzdem sehr schmerzgeplagt.
00:02:29: und es handelt sich vorwiegend um Patienten, die fast ausschließlich einen Rückenschmerz haben, sprich einen axialen Schmerz der bei Positionswechsel sich verstärkt.
00:02:39: Dabei haben die Patienten fast ausschlosslich untere Rückenschmärzen und die Schmerzen strahlen nicht in Grund der Extremitäten auf.
00:02:48: Und was unterscheidet diese Methode von herkömmlichen Schmerztherapien oder größeren Wirbelsäulen-Operationen?
00:02:55: Wenn die Integration zu diesem Eingriff korrekt gestellt worden ist, werden die Patienten von den Schmerzern geheilt.
00:03:04: Das heißt wir haben hier nicht mehr eine reine symptombezogen Behandlung.
00:03:08: Wir behandeln eher das tatsächliche Problem.
00:03:11: Große Operationen sind natürlich vermeidbar Und deshalb kann man diesen Eingriff, da es sowieso nicht malen war, sie über Eingriffe ist.
00:03:19: Nicht mit einer großbedürfigen Situation überhaupt vergleichen.
00:03:22: Der Patient bleibt zwei Tagen stationär und wird anschließend ambulant weiterbehandelt.
00:03:29: Wie schnell sind die Patienten nach dem Einggriff wieder alltagstauglich und mobil?
00:03:34: Die sind relativ schnell wieder mobil und alltagstauglich.
00:03:37: Man muss natürlich erst mal die Wundheilung abwarten, also in den nächsten zwei Wochen passiert eigentlich Postoperative nicht wahnsinnig viel aber sie sind praktisch nahezu direkt wieder belastbar.
00:03:48: Also es gibt keine Nebenwirkungen?
00:03:50: Komplikationsmöglichkeiten meinen Sie, die sind bei jeder Operation durchaus da nur bei diesem Eingriff dadurch das man wäre im Spinalkanal operiert noch sonst an ganz wichtigen Strukturen dran kommt, hat man außer den üblichen Komplikationsmöglichkeiten bei weichere Operationen sprich Infektionen, Dislocationen der Elektroden keine großen Komplikationsmöglichkeit.
00:04:16: Deshalb ist dieser Eingriff als nahezu sicher
00:04:20: einzustufen.".
00:04:20: Wann können Betroffene mit einer spürbaren Verbesserung ihrer Beschwerben rechnen?
00:04:26: Ja, da gibt es eine gute Studienlage mittlerweile.
00:04:29: Schon nach sechs Monaten werden die Schmerzen nahezu halbiert.
00:04:35: Es gibt auch Patienten, die sind fast schmerzfrei.
00:04:40: Die Ergebnisse sind recht beeindruckend gerade wenn man die Indikation am Anfang zumindest sehr streng setzt.
00:04:47: Und welche Vorteile bietet die Methode langfristig für Lebensqualität?
00:04:52: Für die Beweglichkeit und die Schmärzfreiheit?
00:04:55: Wenn es so weit ist und der Patient kann nach sechs Monaten, einem Jahr sagen ich habe fast keinerlei Beschwerden mehr oder noch minimale Beschwerde.
00:05:05: Ist die OP dann letztlich gut gelungen?
00:05:07: Und die Integration war auch im Nachhinein betrachtet gut.
00:05:10: dadurch vermeidet man gegebenfass spätere große Operationen die mit ganz anderen Risiken verbunden sind.
00:05:19: Welchen Rat geben Sie Menschen, die seit Jahren unter Rückenschmerzen leiden und bisher keine passende Behandlung gefunden haben?
00:05:26: Man muss prinzipiell sich die MRT-Aufnahmen ganz genau angucken.
00:05:31: Unabhängig von dem was man im Nervenkanal direkt sieht oder wie die Wirbelsäule aufgebaut ist, die Statik, die Strukturen
00:05:39: etc.,
00:05:39: sollte man besondere Aufmerksamkeit auch der Paraphatibralen Rückenmuskulatur Schenken.
00:05:44: Man sieht durchaus eine gewisse Verfettung der Paraffette-Bereihungskulatur und wenn die restlichen Komponenten passen, konnte man durchaus mit gewissen Tests herausfinden ob die Inplanation des Reaktivationssystems durchaus denkbar wäre.
00:06:02: Herr Dr.
00:06:02: Christopoulos ich danke Ihnen sehr für dieses interessante Gespräch.
00:06:06: Ich danke Ihnen auch.
00:06:09: Das war der Fachärztetalk von Primo Medico Die erste Wahl für medizinische Spezialisten.
00:06:15: Danke, dass Sie zugehört haben.
00:06:17: Mehr Informationen rund um das Thema medizinische Spezialisten finden sie auf primomedico.com.
00:06:23: Bis zum nächsten Mal wenn es wieder heißt Medizin für die Ohren.
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